Die Macht der Überraschung | HAN Kjobenhavn x PUMA Release

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Die Macht der Überraschung | HAN Kjobenhavn x PUMA Release

Zum Launch Event der Kollektion von HAN Kjobenhavn und Puma in Kopenhagen stehen im HAN Store im Zentrum der Stadt nicht nur viele lokale Supporter der Brand, sondern auch einige geladene Gäste aus ganz Europa. Von Highsnobiety bis SMK, über Deadstock Sneakerblog und Willy Iffland bis hin zum Praise Mag. Bei einem Becher Weißwein und kleinen Snacks kommt man inmitten der Kollektion ins Gespräch. Crew- & Turtlenecks, Halfzips und Trackpants, Mäntel, Mützen und Schuhe: Allein schon die Range der Produkte, die Puma da mit HAN Kjobenhavn auf den Markt bringt, lässt einen Staunen. Unter den Gästen findet sich natürlich auch Jannik Wikkelsø Davidsen. Jannik hat 2008 zusammen mit Tim Faith Hancock die Marke ins Leben gerufen und seitdem vornehmlich sehr skandinavisch aber gleichzeitig immer überraschend neue Kollektionen entwickelt. Ich frage mich wie er mit der Herausforderung umgegangen ist, eine Zusammenarbeit mit einer riesigen Marke wie Puma einzugehen.

Jannik sagt, dass er Puma sehr gerne mag, „weil sie als Teil der Top 3 einen Underdog-Vibe versprühen. Das war auch das schöne am Designprozess: Puma ist eine riesige Firma, aber bei der Arbeit war es kleines Team mit einem richtigen Indie-Vibe. Dadurch hatten wir die Möglichkeit wirklich was zu erschaffen. Außerdem hat man uns viele Freiheiten gelassen, wie die Wahl der Silhouetten, eigene Shootings und Videos für die Kampagne.“
Und dann sagt er etwas, was er in unserem Gespräch mehrfach wiederholt. Nicht nur hat ihnen niemand von Puma in ihre Arbeit reingeredet, viel mehr noch hat Puma etwas wichtiges verstanden, nämlich „dass sie in einer Collabo ihre DNA einbringen müssen und dem Partner die Freiheit lassen aus dieser DNA Themen und Konzepte zu entwickeln und so etwas Neues zu erschaffen.“

Auf den ersten Blick fallen dabei im HAN Store in Kopenhagen karierte Trenchcoats und samtige Halfzips in pastelligen Farbtönen ins Auge. Dazu sportlich schicke Trackpants und Pullover, abgerundet von drei Footwear Silhouetten. Namentlich dem Blaze of Glory, dem Clyde und dem Tsugi Kori.

Wie schafft man es aber eine Kollaboration zu entwicklen, die erst zwei Jahre nach der Fertigstellung in den Handel kommen soll? Woher soll man sicher wissen welche Styles, Farben oder Schnitte gerade im Trend liegen, wenn man gerade keine Kristallkugel zur Hand hat? Wie all diese Hikmet Sugoers oder Ronnie Fiegs hat auch Jannik diese Aufgabe zu meistern. Er macht das aber auf seine ganz eigene Art und Weise: „Wir können unsere Geschichte nur auf unsere Art erzählen und damit die Leute im Hier und Jetzt erreichen. Ich mache das für HAN Kjobenhavn immer wie ein Filmskript und denke mir eine Geschichte aus. Das wird immer ein richtiger Plot mit Bösewichten, unerwarteten Wendungen und Überraschungen und dann überlege ich mir wie ich die Leute anziehen kann. Damit versuche ich dann etwas zeitloses zu schaffen, wie einen guten Film der auch über die Jahre relevant bleibt. So haben wir uns zum Beispiel einen zeitlosen Klassiker wie den Clyde genommen, mit klassischen Materialien und Techniken gearbeitet und trotzdem ist er zwei Jahre nachdem wir ihn erschaffen haben noch relevant.“

Je länger ich mich mit Jannik unterhalte, umso deutlicher wird die Tiefe, in der er sich mit einem solchen Projekt befasst. Wie ein guter Method-Actor taucht er komplett in das Projekt ein und lebt seine Rolle. Entsprechend hat er Puma ganz nah an sich rangelassen um überhaupt erstmal die Berührungspunkte zwischen einer fränkischen Sportmarke und einem dänischen Modelabel auszuloten. „Ich wollte es auf meine eigene Herkunft aus den Plattenbauten am Rande Kopenhagens runterbrechen.“ sagt er, „genau das ist nämlich das skandinavische Design, das mich mein ganzes Leben begleitet. Also wie können diese riesige Firma und ich an dieser gleichen Stelle existieren? Das war meine Aufgabe. Es ging dabei auch um Kontraste. Wir haben zum Beispiel Materialien benutzt, die Puma eher nicht nehmen würde, wie zum Beispiel das karierte Muster beim Mantel, die mich aber ausmachen. Dann habe ich die Logos von HAN Kojobenhavn und Puma entfernt und mit einem Helvetic Font die Namen drauf geschrieben. Ich habe also alles auseinander genommen, es auf das nötigste reduziert und wieder zusammengesetzt, aber eben so, dass es zeitlos und relevant ist.“

Vielleicht war gerade deshalb auch der Clyde die größte Herausforderung für Jannik. „Man will nicht so viel ändern und das Modell versauen, sondern sollte ganz vorsichtig und subtil vorgehen. Gerade so viel machen, dass das Modell heraussticht, ohne das zu ruinieren, was den Schuh so großartig macht.“ Und ich finde genau das ist Jannik mit dem Clyde wunderbar gelungen.

Die nächsten Drops sind übrigens auch schon in den Startlöchern. Und auch dort hat Jannik wieder ein Filmskript geschrieben. Aber keine Angst: Jannik steht nicht so auf schwache Fortsetzungen eines guten Films. Er will weiterhin überraschen und seiner Ästhetik treu bleiben, aber dabei bloß nicht stehenbleiben.

By | 2017-10-09T11:47:12+00:00 Oktober 8th, 2017|Categories: Reise, Sneaker|Tags: , |0 Comments

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